Von ioBroker zu Home Assistant wechseln: Mein Weg in 7 Schritten
Wer von ioBroker zu Home Assistant wechseln will, findet vor allem Forenthreads mit einzelnen Detailfragen, aber keine durchgängige Anleitung. Deshalb beschreibe ich hier meinen kompletten Weg, damit du nicht dieselben Umwege gehen musst. Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Etagen und Bereiche (Areas) anlegen, bevor du irgendetwas installierst.
Zugriff auf tausende zusätzliche Community-Erweiterungen bekommen.
Bestehende Geräte aus ioBroker in Home Assistant integrieren.
Namen und Zuordnungen sauber halten, statt technisches Chaos zu übernehmen.
Bestehende Abläufe aus ioBroker Schritt für Schritt übertragen.
Sicherheitsrelevante Automatisierungen besonders sorgfältig prüfen.
Automatisches Backup direkt zu Beginn einrichten, nicht erst später.
Schritt 1: Struktur planen, bevor du irgendetwas installierst
Lege zuerst Etagen und Bereiche an, in Home Assistant heißen sie Areas. Home Assistant baut darauf das gesamte Dashboard-Layout auf. Bei mir kam die Grundstruktur eigentlich noch aus der ioBroker-Zeit: Gebäudeetagen, darunter einzelne Räume, dazu ein Kontrollraum für alles, was sich keinem einzelnen Raum zuordnen lässt, etwa übergreifende Automatisierungen oder zentrale Sensoren. Diese Gedanken habe ich beim Umstieg einfach übernommen und in Areas übertragen, mehr Planung war es am Anfang nicht. Ein paar Grundgedanken zur Struktur solltest du dir schon machen, aber danach kannst du einfach anfangen und ausprobieren.
Schritt 2: HACS installieren
Der Home Assistant Community Store, kurz HACS, ist die Basis für fortgeschrittene Integrationen und Dashboard-Karten, die nicht im Kern von Home Assistant enthalten sind. Installiere ihn direkt am Anfang, nicht erst wenn du das erste Mal etwas vermisst. Viele Anleitungen und Blueprints im Netz setzen HACS bereits voraus.
Schritt 3: Hardware übernehmen
Binde deine vorhandenen Zigbee-Sticks oder deinen MQTT-Broker in Home Assistant ein. Wenn du bei ioBroker bereits über MQTT gearbeitet hast, hast du hier einen klaren Vorteil: Diese Struktur lässt sich oft direkt weiterverwenden, weil Home Assistant MQTT genauso gut spricht.
Für Zigbee-Geräte, die noch nicht über MQTT laufen, brauchst du einen kompatiblen Zigbee-Koordinator. Bewährt haben sich der Home Assistant Connect ZBT-1*, der zusätzlich Thread und Matter mitbringt, oder der günstigere SONOFF Zigbee 3.0 Dongle Plus*.
Schritt 4: Entitäten pflegen
Dieser Schritt wird gern unterschätzt, ist aber kritisch. Wandle Entitäten von der Domäne Switch zu Light um, wenn tatsächlich eine Lampe dahintersteckt. Nur so funktionieren globale Sprachbefehle wie „Licht in der Küche aus“ später korrekt. Bei der Übernahme aus ioBroker landen viele Geräte zunächst in der falschen Domäne, weil die automatische Erkennung nicht jedes Gerät auf Anhieb richtig einordnet.
Schritt 5: Automatisierungen migrieren
Übertrage deine Blockly-Logiken in den Home Assistant Automatisierungs-Editor. Bevor du eine Standardaufgabe komplett neu baust, etwa für Bewegungsmelder oder Zeitschaltungen, prüfe erst, ob dafür schon ein fertiger Blueprint existiert. Das spart in der Praxis die meiste Zeit.
Eine Einschränkung gehört zur Wahrheit dazu: Wenn du bei ioBroker sehr umfangreiche eigene JavaScript-Skripte einsetzt, etwa für komplexe Heizungssteuerungen über einen EMS-Bus, ist die Migration aufwendiger. Node-RED macht nicht jede Entität so direkt zugänglich, wie es ioBrokers Script-Engine gewohnt war. Plane für solche Fälle mehr Zeit ein oder prüfe vorab in der Home Assistant Community, ob andere dieselbe Migration schon gelöst haben.
Schritt 6: Sicherheit und Alarmanlagen-Logik
Wenn du bei ioBroker eine eigene Alarmanlagen-Logik gebaut hattest, lohnt sich das Add-on Alarmo. Es deckt die meisten Standardfälle rund um Scharfschaltung, Verzögerungen und Benachrichtigungen ab, ohne dass du das selbst programmieren musst.
Schritt 7: Backup einrichten, sofort
Richte direkt zu Beginn ein automatisches Backup ein, zum Beispiel auf Google Drive oder OneDrive. Notiere dir den Verschlüsselungscode an einem sicheren Ort. Ohne ihn ist ein Backup im Ernstfall wertlos.
Notiere den Verschlüsselungscode deines Backups sofort an einem sicheren Ort (z. B. Passwort-Manager). Ohne ihn ist das Backup im Ernstfall wertlos, egal wie regelmäßig es läuft.
Ein optionaler Schritt für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen: Eine USV wie das Geekworm X1200* schützt dein System bei einem plötzlichen Stromausfall zusätzlich vor Datenbank-Korruption. Nötig ist das nicht, ein aktuelles Backup reicht für die meisten. Wer aber maximale Ausfallsicherheit will, ist damit auf der sicheren Seite.
Was ich rückblickend anders machen würde
Ehrlich gesagt nichts Grundlegendes. Ich habe auch bei Home Assistant erst einmal Erfahrungen gesammelt und angefangen, statt vorher alles bis ins letzte Detail zu planen, genau wie schon bei ioBroker. Die Grundstruktur mit Etagen, Räumen und dem Kontrollraum stand von Anfang an, der Rest hat sich beim Arbeiten ergeben.
Dass ich mir keine größeren Gedanken um die perfekte Struktur gemacht habe, war am Ende auch deshalb kein Problem, weil ich Home Assistant später mit Claude verbunden habe, zunächst in der kostenlosen Variante. Warum genau diese Verbindung die fehlende Vorplanung ausgleicht, erfährst du in meinem Artikel zu Home Assistant und Claude, wie du sie selbst einrichtest, zeige ich dir in der Anleitung für die kostenlose Variante.
Weiterlesen im Smart-Home-Cluster:
- Home Assistant vs. ioBroker: Mein Vergleich nach einem Jahr Umstieg
- Home Assistant Hardware-Guide: Green, Raspberry Pi 5 oder Mini-PC?
- Home Assistant für Einsteiger: Die ersten Schritte
- Home Assistant + Claude: Was die KI wirklich bringt (und was nicht)
- Home Assistant mit Claude verbinden: Anleitung für die kostenlose Variante
- Matter erklärt: Was der neue Smart-Home-Standard wirklich bringt

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